Bücherempfehlung

Urformen des Malens

"Wie soll ich Kinderbilder verstehen?" ist eine Frage, die überall gestellt wird, wo Kinder leben oder in die Schule gehen. Hier wird vorschnellen psychologischen Interpretationen eine überzeugende Alternative gegenübergestellt. Die Entwicklung von der ersten Kritzelei bis zur Kastenform wird durch Urformen der Kindermalerei aufgezeigt und jede Urform genau erläutert. Die Abwicklung aller Urformen wird auf die entsprechenden Entwicklungsstadien des Kindes bezogen und mit Fotos eines Kindes in diesen Stadien illustriert. Dass Urformen allgemeingültig sind, wird über ihr Erscheinen in der bildenden Kunst und in prähistorischen Darstellungen gezeigt. Zum Schluss wird eine Maltherapie der Urformen vorgeschlagen, die zur Selbstbehandlung geeignet ist. Das Buch eignet sich sowohl zur Anregung und als Geschenk für Eltern als auch als überzeugende Information für professionelle Kinder- und Maltherapeuten.

Die Autorin
Bettina Egger ist eidg. dipl Kunsttherapeutin (ED), Psychotherapeutin (SPV) und seit 1968 Ausbildungsleiterin für Mal- und Kunsttherapie. Zusammen mit Robert Wirz hat sie das Institut für Humanistische Kunsttherapie gegründet. Sie ist sowohl im In- als auch im Ausland als Dozentin unterwegs und hat mehrere Fachbücher zum Thema Maltherapie verfasst.

Sich einlassen und loslassen

Sich auf das Leben in seiner ganzen Fülle, in seinen Höhen und Tie­fen einzulassen, bedeutet auch Loslassen des Alten, Vergangenen, Unwiederbringlichen. Es ist wie Einatmen und Ausatmen: Um neue Lebensmöglichkeiten zu erfahren, muss man Altes loslassen können. In Lebenssituationen, wo Trennung und Trauer vorherrschen, ist das besonders schwierig, aber auch besonders wichtig, will man nicht in Traurigkeiten erstarren und letztlich krank werden. Das Loslassen wird einfacher, leichter, wenn das Einlassen in die neue Lebens­situation möglich wird, wenn die Chancen gesehen werden können, wenn der Blick nicht mehr nur auf die Vergangenheit und auf den Verlust gerichtet bleibt. Trauer muss gelebt, Abschiede müssen ge­nommen werden, so schmerzlich es ist. Ob es um die Liebe zum Part­ner, zu den Eltern und Kindern oder um lieb gewonnene Situationen geht: Verena Kast hat sich immer wieder mit diesen menschlichen Er­eignissen und Erfahrungen beschäftigt. Hier sind ihre wesentlichen Aussagen zu Trennung und Trauer zusammengefasst, zu Abschied­nehmen und Neubeginn. Sich einzulassen auf das Leben, eine neue Lebensleidenschaft zu entwickeln, das sind Perspektiven, die das Le­ben auch im Loslassen reicher machen.

Die Autorin
Verena Kast, Psychotherapeutin, Dozentin, Lehranalytikerin am C.G.-Jung-Institut Zürich, Professorin, Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie.

Der Therapeut als Künstler | Peter Petersen

Dieses Buch handelt vom therapeutischen Dialog zwischen dem Leidenden und seinem Therapeuten, vom therapeutischen Prozeß mit der Wandlung krankhafter Strukturen, und es handelt von der Heilkraft der Kunst, wie sie in der therapeutischen Wirksamkeit sinnlicher Medien (Musik, Farbe, Form, Bewegung usw.) hervortritt.
Die hier vorgelegten Gedanken sind ein Ansatz für eine allgemeine Therapiekunde unter anthropologischem Aspekt. Mit dem Therapeuten als Künstler soll eine lange in Vergessenheit geratenen Wahrheit ins Bewußtsein gerufen werden: Therapie ist, bei allem technischen Können, keine im üblichen Sinn wissenschaftliche begründbare Technologie, noch weniger ist sie herstellbare und abrufbare Medizintechnik, sondern Therapie ist eine aus der Intuition des Hier und Jetzt geschenkten Gabe.

Der Autor
Dr. med. Peter Petersen, Professor em. für Psychotherapie und Psychiatrie an der Medizinischen Hochschule Hannover; Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Arzt für psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse, Gründer des Forschungsinstituts für Künstlerische Therapien.
Publikationen und Forschungen zur endokrinologischen Psychologie und Psychiatrie, Gruppentherapie, Psychosomatik medizinischer Eingriffe in die Fruchtbarkeit, künstlerische Therapien.

Irren ist menschlich | Dörner u.a.

Das sozialpsychiatrische Standartwerk "Irren ist menschlich" setzt seit Jahren Massstäbe. Es hat nicht nur die Psychiatriereform in den deutschsprachigen Ländern angestossen, es hat vielmehr die moderne Versorgung psychisch kranker Menschen beeinflusst wie kein zweites Buch. Komplexe Sachverhalte werden so verständlich erklärt, dass dieses Buch auch für medizinische Laien wie Betroffene und Angehörige eine Bereicherung darstellt.

Die Autoren
Klaus Dörner
Prof. Dr. med., 1980 bis 1996 Leiter der Westfälischen Klinik für Psychiatrie Gütersloh, lehrte Psychiatrie an der Universität Witten-Herdecke. Arbeits- und Interessenschwerpunkte: Psychiatrie, Medizinethik, Geschichte der Moderne.

Ursula Plog
Dr. phil., dipl. Psychologinwar und Leiterin dreier Tageskliniken in Berlin. Vielfältige Lehrtätigkeit, seit 1976 prägende Mitarbeit im Ausschuss für Fort- und Weiterbildung der DGSP, sie leitete drei Tageskliniken der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Berlin und war Vorsitzende der Senatskommission zur Aufklärung des Mißbrauchs der Psychiatrie durch die Stasi.

Christine Teller
ist seit 1990 Ärztin im sozialpsychiatrischen Dienst Reinickendorf.

Frank Wendt
Dr. med. Frank Wendt hat nach seinem Studium in Rostock zunächst sein AiP in der Rechtsmedizin und Psychiatrie gemacht. Seit 1996 ist er Assistenzarzt in der Psychiatrie. Neben der Arbeit in einer Landesklinik (Krankenhaus Reinickendorf), einer Fachklinik (St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weissensee) und an einer psychiatrischen Abteilung in einem Allgemeinkrankenhaus (St. Markus-Krankenhaus Frankfurt/Main) war er auch eine Zeit lang in einem Sozialpsychiatrischen Dienst tätig.

Hauterkrankungen als Botschaft der Seele | Anne Maguire

Die starke Rötung und das qualvolle Brennen der Haut bei manchen Hautleiden und die Tatsache, daß der beschleunigte Reifungsvorgang der Hautzellen eine normale Abschuppung oder "Häutung" der Oberhaut verhindert, hat die Autorin dazu veranlaßt, in ihrem Buch die Psychosomatik der Hauterkrankungen mit der Symbolik von Feuer und Schlange in Verbinding zu bringen. Es ist eine medizinische Darstellung der schwersten Hautleiden mit zahlreichen Fallbeispielen. Zugleich und vor allem ist es ein Buch, das der Psychologie nach C.G.Jung verpflichtet ist. Es fragt nach dem "Sinn" der Krankheit und ihrer Symptome und sucht unter Beachtung auch der Psychischen Anamnese, der Biographie des Kranken und seiner Einstellung dem Leben gegenüber die Diagnose zu stützen und einen Behandlungsweg zu finden.

Die Autorin
Dr. med. Anne Maguire erhiehlt ihre Fachausbildung als Dermatologin an Kliniken in London und Paris, wo sie viele Jahre praktizierte. Sie absolvierte ein Zusatzstudium in Analytischer Psychologie und führt eine therapeutische Praxis in London.

Ist die Burnout-Forschung ausgebrannt? | Ina Rösing

Das Buch beschäftigt sich in der ersten Hälfte mit den Grundlagen der bisherigen Burnout-Forschung und einer kritischen Darstellung des Forschungsstandes. In der zweiten Hälfte ihres Buches stellt sie neuere und ungewöhnliche Ansätze vor, um schließlich aus einer transkulturellen Perspektive eine Grundlagen-Kritik der Burnout-Forschung vorzunehmen.

Die Autorin
Ina Rösing arbeitet als Professorin am Klinikum der Universität Ulm, wo sie eine Abteilung "Kulturanthropologie" leitet. Als Experimentalpsychologin (Promotion), Wissenschaftssoziologin (Habilitation) und durch ihre Forschungsschwerpunkte im Bereich der Kulturanthropologie ist sie eine originelle Grenzgängerin zwischen den Disziplinen und dadurch besonders geeignet für den kritischen Außenblick den sie in diesem Fall auf die Burnout-Forschung richtet.
 

Schizophrenien | Daniel Hell und Daniel Schüpbach

In der Zusammenarbeit mit Schizophreniekranken und ihren Angehörigen haben die Autoren die Erfahrung gemacht, dass ein grosses Informationsbedürfnis über Entstehung, Behandlung und Verlauf schizophrener Erkrankungen besteht.

Die Autoren
Prof. Dr. med. Daniel Hell und Dr. med. Daniel Schüpbach arbeiten in der Psychatrischen Universitätsklinik in Zürich.
 

Wood | Andy Goldsworthy

Der Künstler Andy Goldsworthy ist weltweit bekannt durch seine faszinierenden Arbeiten mit Naturmaterialien. Er macht mit überraschenden Vorgängen in der Natur die Natur zur Künstlerin. Eis, Steine, Blätter, Zweige, Wasser – Goldsworthy arbeitet mit dem, was er vorfindet und zumeist dort, wo er es vorfindet. Einige seiner Arbeiten bleiben in der Landschaft bestehen, andere vergehen, schmelzen, werden vom Wind verweht. Er gilt heute als bedeutendster Vertreter der Land-Art.

Empfehlenswert ist auch das Buch TIME und die DVD RIVERS AND TIDES

Renée Sintenis | Silke Kettelhake

Als Berlin zwischen 1919 und 1932 zur Weltstadt wird, feiert die Künstlerin Renée Sintenis ihre grössten Erfolge. An den Schnittstellen von Freiheit und Moderne weiss sich die über 1.80 Meter grosse Bildhauerin zu inszenieren. Sie pflegt Kontakt zu Barlach, Benn, Gide, Rilke, Asta Nielson und vielen mehr. Joachim Ringelnatz, dem Versvagabunden, dem Dichter des Kuttel Daddeldu und der Hafenkneipe, verhilft sie zu nachhaltiger Anerkennung als Maler. Mit ihm lebte sie eine Freundschaft, die sich um gängige Rollen- und Geschlechterzuschreibungen nicht schert.

Die Autorin
Silke Kettelhake, geboren 1967, arbeitet als Filmredakteurin und als freie Journalistin und lebt in Berlin.

Welchen Sinn macht Depression? | Daniel Hell

Depressionen spielen sich im Verborgenen ab. Mit diesem Buch möchte Daniel Hell einen neuen Zugang zu einer altbekannten Problematik, einen Zugang, der das depressive Leiden nicht einfach auflösen will, sondern zu seinem Verständnis beitragen soll, öffnen.

Der Autor
Daniel Hell ist Universitätsprofessor und Klinikdirektor an der Psychatirschen Universitätsklinik in Zürich.
 

Die Blumen der Frauen | Andreas Honegger

Wer seiner Angebeteten die falsche Blume überreichte, galt gesellschaftlich als bedauernswert. Die Symbolsprache der Blumen in Verbindung mit einer in der Malerei dargestellten Frau bot daher Anlass zu allerlei Spekulationen: Tugend, Laster, Liebe und Leidenschaft spiegeln sich darin wider. So führte das Veilchen im Hintergrund kein bedeutungsloses Schattendasein, die Akelei war nicht irgendein Hahnenfußgewächs, die rote Rose und die weiße Lilie hatten mehr zu bieten als nur ihren Duft, und die Tulpe war gar verantwortlich für den ersten internationalen Börsencrash im Jahr 1637 und steht daher nicht ganz zu Unrecht für Vergänglichkeit. Mit Gemälden von Ghirlandaio, Botticelli, Rossetti, Degas, Manet, Renoir, Liebermann, Gauguin, Waterhouse, Larsson, Klimt u.v.a.

Die Autoren
Andreas Honegger wurde 1948 geboren und ist langjähriger Redakteur bei der NZZ. Er verfasste als Autor mehrere Bücher und ist leidenschaftlicher Gärtner.

Gabriella Pape wurde 1963 geboren. Sie ist die Gründerin und Direktorin der Königlichen Gartenakademie Berlin, die bekannteste Gartenspezialistin des deutschsprachigen Raums und Gewinnerin der Silbermedaille der Chelsea Flower Show. Gabriella Pape schrieb das Vorwort zu diesem Buch.

 

Farben | Ingrid Riedel

Wer erfahren möchte, was Farben mit uns machen und warum sie uns beeinflussen, wer wissen will, warum wir die eine Farbe mögen, die andere weniger, findet in dem bekannten Farben-Buch von Ingrid Riedel kompetent Auskunft. Für die 16. Auflage wurden die Kapitel zu Silber, Gold, Rosa und Grau erweitert. Zusätzlich gibt die Autorin Auskunft über die Zuordnung der Farben zu den Chakras und über Komplementärfarben.

Die Autorin
Professor Dr. Dr. Ingrid Riedel (geboren 1935) ist Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Konstanz, Honorarprofessorin für Religionspsychologie an der Universität Frankfurt am Main, Dozentin und Lehranalytikerin am C.G. Jung-Insitut Zürich.